
Im Betrieb zahlt sich die Investition in einen solchen Ofen entweder aus – oder er führt zu Verlusten in der Produktqualität. Unregelmäßige Temperaturen führen zu optischen Störungen, Rissen durch thermische Belastung sowie zu anderen Problemen, die einfach nicht den Anforderungen entsprechen. Die Bediener versuchen dann, die Probleme mit schnellen Lösungen zu beheben, anstatt den Prozess wirklich unter Kontrolle zu bringen. Wir implementieren digitale Steuerungen in Glasöfen, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Was wirklich wichtig ist
Wir ersetzen das analoge Steuerverfahren durch ein Schließschleifensteuerungssystem, bei dem Thermoelemente zur Überwachung der Temperatur verwendet werden und die PID-Einstellungen für die verschiedenen Heizzonen angepasst werden. Dadurch ergibt sich eine Stabilität der Temperatur auf der Glassurface von ±1°C. Die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs kann zwischen 1°C/min und 20°C/min variieren. Zudem sorgen die Profilprofile dafür, dass die Temperatur über die gesamte Fläche gleichmäßig bleibt. Die Leistungsabgabe wird entsprechend dem Typ der Heizelemente angepasst – egal ob Quarz-, Halogen- oder Mittelwellenheizelemente. Dadurch werden Änderungen in der Emittivität während des Trocknens oder Laminierens vermieden.
Die Benutzeroberfläche bietet eine Strukturierung nach Produktgruppen: Tempering, Biegen, EVA/SGP/PVB-Laminierung sowie Abdichtung von Isolierglas. Es können Zyklusprotokolle exportiert werden, damit alle Abläufe nachvollzogen werden können. Alarmsignale warnen vor Abweichungen, bevor es zu Fehlprodukten kommt.
Warum das wichtig ist
Beim Tempering bedeutet eine gleichmäßige Temperatur eine konstante Abkühlung sowie vorhersagbare Druckkräfte – dadurch gibt es weniger Brüche und eine höhere Ausbeute beim ersten Versuch. Beim Biegen verhindert eine kontrollierte Krümmung Wellen und Randprobleme, sodass das Glas beim ersten Mal richtig in die Form passt. Bei der Laminierung und dem Trocknen der Beschichtung sorgt das Profil dafür, dass das Polymermaterial nicht überhitzt oder sich ablöst. Der Energieverbrauch wird reduziert, da die Steuerung große Schwankungen vermeidet und nur die benötigte Menge an Energie liefert. Zudem wird die Lebensdauer der Heizelemente durch die Vermeidung von thermischen Schocks verlängert. Auf Hochleistungsanlagen ermöglichen schnellere Temperaturanstiege zusammen mit stabilem Temperaturprofil eine schnellere Umstellung zwischen den Produktionsprozessen, ohne dabei die Qualität zu beeinträchtigen.
Die praktischen Aspekte
Die Installation erfolgt auf den meisten Ofenplattformen problemlos. Allerdings muss die Nachrüstung an die vorhandenen Heizelemente, Spannungswerte sowie die Verkabelung angepasst werden. Die Inbetriebnahme ist schnell – man muss lediglich die PID-Einstellungen für jede Zone anpassen und die Sensoren auf die Glassurface kalibrieren. Die Leistung hängt weiterhin von der Ladendichte sowie der Luftzirkulation ab. Dichte Stapel oder blockierte Konvektionsströmungen führen zu Temperaturunterschieden, die der Controller nur teilweise ausgleichen kann. Es ist daher wichtig, die Thermoelemente regelmäßig zu überprüfen und Ersatzheizelemente bereitzuhalten – selbst eine perfekte Steuerung kann keine alten oder nicht mehr funktionierenden Heizelemente ersetzen.